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Konzepte und Methoden für den Unterricht in der Schulbibliothek

26.11.2010
Fortbildung in der Schulbibliothek Bornbrook

Fortbildungs-Teilnehmerin bei der Durchsicht eines Jugend-Sachbuchs

Akademie für Leseförderung

Wie macht man Schüler fit für die selbstständige Recherche in der Bibliothek? Auf diese Frage suchten am 24. November 2010 in der Schulbibliothek des Gymnasiums Bornbrook 21 Bibliothekare und Lehrkräfte eine gemeinsame Antwort. Den institutionellen Rahmen bildete das Hamburger Schulbibliotheksprojekt, aus dem alle Teilnehmer stammten. Versammelt waren die neun bibliotheksfachlichen Leiter der Projekt-Schulbibliotheken sowie „bibliotheksnahe“ Lehrkräfte verschiedener Fächer aus den beteiligten neun Projektschulen, darunter drei Grundschulen und sechs weiterführende Schulen.

Als Referent stellte Andreas Müller von der Akademie für Leseförderung in Hannover das Konzept der so genannten „Doppelpyramide“ vor und probierte mit den Teilnehmern verschiedene Methoden der Vorbereitung (erste Pyramide) und Auswertung (zweite Pyramide) der Bibliotheksrecherche praktisch aus. Diese Methoden sind in fast allen Altersgruppen und Fächern benutzbar, so unterschiedlich die ausgewählten Zugänge und die genutzten Medien auch sein mögen. Die Grundidee ist, dass man besonders erfolgreich in der Bibliothek sucht, wenn man sich vorher gründlich überlegt hat, was man will, und dies im Anschluss an den Bibliotheksbesuch auch nicht aus den Augen verliert.

Ein zentrales Element war das Rechercheplakat um einen Basistext herum, mit dessen Hilfe sich die Gruppen selbstgewählte Themen erschlossen. Das Plakat legte das Durchlaufen von vier Schritten nahe und ermöglichte es, diesen Ablauf stichwortartig zu protokollieren: vom Textwissen über das Vorwissen zu Suchwörtern und Recherchefragen. Die Themen reichten von ägyptischen Sphinx‘ über die Entdeckung der Neuen Welt bis zum Verhaltenskodex im Bundestag und zum Hund als Freund und Helfer des Menschen. In einer zweiten Arbeitsphase wurde dann der Bibliotheksbestand anhand von Arbeitsblättern nach Titeln zu den gewählten Themen und Fragestellungen durchforstet und die gefundenen Bücher wurden auf brauchbare Fundstellen ausgewertet.

Die Teilnehmer erlebten am eigenen Leibe, dass die vorgestellten Methoden sachbezogene und zielstrebige Schüleraktivität auslösen, trotz oder sogar dank der Zusammenarbeit in der Gruppe. Die Sicherung der Ergebnisqualität kann allerdings der Lehrkraft nicht abgenommen werden. Aber der hohe Eigenanteil der Schüler erhöht die nachhaltige Lernwirkung, was gerade auch bei der Bewältigung des fachlich relevanten Pflichtstoffs kein geringer Vorzug ist.

Die Frage nach der Aufgabenverteilung zwischen Bibliothekar und Lehrer bei der Betreuung von Unterricht in der Bibliothek wurde natürlich aufgeworfen, jedoch mit einem entschiedenen Einerseits-Andererseits beantwortet. Natürlich ist der Lehrer bei der Organisation der Lernprozesse in der Bibliothek der kompetentere der beiden Partner. Dafür aber bringt der Bibliothekar sein größeres Wissen über den Buchbestand und oft auch noch eine besondere Sensibilität für den einzelnen Schüler in die Partnerschaft ein. Insofern haben alle beide eine bibliothekspädagogische Rolle zu spielen, und das können sie am besten, wenn sie eng zusammenarbeiten. Eine solche Zusammenarbeit ist bei dem Hamburger Pilotprojekt nicht nur in einer Fortbildung, sondern auch tagtäglich in der eigenen Schulbibliothek möglich und erwünscht.


Weiterführende Links:
Website der Bücherhallen Hamburg


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