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Facharbeits-Tagung in Hannover wirbt für Schulbibliotheken

09.09.2011
Wege zur Facharbeit: Tagung in Hannover (Foto: J. Wollenberg)

Tagung Wege zur Facharbeit in Hannover (Foto: J. Wollenberg)

© Akademie für Leseförderung

Die Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe ist eine ideale Gelegenheit, die Bibliothek als Ort des selbstständigen Lernens intensiv zu nutzen. Das wurde bei der Tagung „Wege zur Facharbeit“ deutlich, die die Akademie für Leseförderung am 8. September 2011 in Hannover durchführte. Fast siebzig Lehrkräfte und ein Dutzend Bibliothekare hörten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Vorträge von Referenten aus Kultusministerium, Hochschule und Schulpraxis und besuchten Parallel-Workshops zur Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule, zum Wissenschaftlichen Schreiben und Präsentieren und zum Seminarfach. Das Seminarfach in Niedersachsen umfasst je zwei Semesterwochenstunden in allen vier Semestern der gymnasialen Oberstufe und bietet deshalb den Schülern vielfältige Gelegenheiten zum selbstständigen und fächerübergreifenden Lernen an Themen, auf deren Zuschnitt sie selbst Einfluss nehmen können.

Der Vertreter des Kultusministeriums, Ministerialrat Rolf Bade, betonte, dass diese relativ aufwändige niedersächsische Variante der Einbettung der Facharbeit auch weiter fortbestehen soll, als Gegengewicht zu dem rein fachlichen und durch die Abituranforderungen geprägten sonstigen Unterricht. Die Bibliothek sei in diesem Zusammenhang weniger als Gebäude und Institution und eher als Sinnbild für den vertiefend-wissenschaftspropädeutischen Anspruch von Facharbeit und Seminarfach zu sehen. Prof. Karl Schneider, der Leiter des Zentrums für Lehrerbildung an der Leibniz Universität Hannover, hob die Notwendigkeit eines solchen Faches in Anbetracht der Kenntnislücken junger Studenten hervor. Schon der verständige Umgang mit Sachtexten und die sichere Beherrschung eines Textverarbeitungsprogramms würden nicht selbstverständlich aus der Schulzeit mitgebracht. Deshalb solle man im Seminarfach lieber keine hohen wissenschaftlichen Anforderungen stellen, mit denen man die Schüler überfordere. Sachdienlicher wäre es, die elementaren Kenntnislücken im Umgang mit Texten und im selbstständigen Arbeiten zu beheben, um damit die Grundlage für die spätere wissenschaftliche Arbeit an der Hochschule zu schaffen.

Eine Tagungsteilnehmerin wies darauf hin, dass es einen einfachen Weg gibt, Seminarfach und Facharbeit zu entlasten: regelmäßige Anlässe zum selbstständigen Recherchieren schon in den Klassen 5 bis 10. Dafür biete eine ordentlich ausgestattete Schulbibliothek den idealen Rahmen. Ministerialrat Bade unterstützte diesen Ansatz nachdrücklich und wiederholte seinen Appell an die Schulträger, die für Schulbibliotheken nötigen Sach- und Personalmittel zur Verfügung zu stellen.



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