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Buchempfehlungen von allen Seiten

29.09.2012
Buchempfehlungen kurz vor der Wende in Teterow (DDR)

Buchempfehlungs-Plakat im Schaufenster einer Buchhandlung in Teterow (DDR) kurz vor der Wende 1989;

© Concord / Wikimedia Commons

Wer eine Schulbibliothek neu aufbaut oder eine alte auffrischt, braucht neben Geld auch Ideen, wofür er/sie das Geld ausgibt, also vor allem Buchtitel. Einige Empfehlungslisten nennt schulmediothek.de unter „Medienbestand: Aufbau“ im Menü „Schulbibliothek – Grundlagen“; eine kommentierte Übersicht über Bestenlisten liefert leseforum.bayern.de (links s. unten). Aber daneben werden in Rezensionen, Kommentaren, Verlagswerbung, Interviews und Reden vielfach einzelne Titel ausdrücklich für die Schulbibliothek empfohlen. Was für Titel sind das, und was kann man mit solchen Empfehlungen anfangen?

Eine Gruppe von Titeln, die mit der ausdrücklichen Empfehlung für die Schulbibliothek versehen werden, bilden Jugend-Sachbücher. Von dem Sachbuch „Antworten auf (fast) alles“ sagt eine Kurzbesprechung auf leseforum.bayern, man halte es gerne in Händen, weil die behandelten Themen Erde, Geschichte, Naturwissenschaften, Weltall, Kultur, Tiere, Pflanzen und Mensch wohl jeden Schüler ansprächen: „Sollte in jeder Schulbibliothek stehen!“ Inhaltlich recht breit angelegt ist auch der Titel „Chemische Experimente in Schlössern, Klöstern und Museen“, dessen Autor Georg Schwedt sein Publikum laut Verlagsbeschreibung mit Experimentalvorträgen, gewürzt mit Historischem, Kulturellem und Chemie-Know-how begeistert. Das Werk sollte einer Rezension aus „Chemie konkret“ zufolge „in jeder Schulbibliothek vorhanden sein."

Eine weitere Gruppe bilden Titel zur Geschichte. Sie sollen zumeist dafür sorgen, dass dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit bei der nachwachsenden Generation nicht in Vergessenheit geraten. So sagte Alfred Grosser bei einer Ansprache zur Reichspogromnacht über „Novemberpogrom 1938. Die Augenzeugenberichte der Wiener Library“ von Raphael Gross (Suhrkamp 2008), der dicke Band sollte in jeder Schulbibliothek stehen. Ähnlich ist die Empfehlung des Titels „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Katalog zur ständigen Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz“ (Romani Rose, Hrsg.) auf dzokulm.telebus.de motiviert. Das Werk „sollte zumindest“ in jeder öffentlichen Bibliothek und in jeder Schulbibliothek vorrätig sein, heißt es.

Schließlich gibt es Schulbibliotheks-Empfehlungen aus unterschiedlichen Fachgebieten, die sich weniger an die Schüler als die Lehrer und andere Erwachsene als Leser richten. Das gilt ansatzweise bereits für die sechsbändige „Geschichte der Welt“, die der Globalhistoriker Jürgen Osterhammel als Mitherausgeber im Gespräch mit Arno Widmann (Frankfurter Rundschau, 22. September 2012) als Gegenmittel gegen die euro- und germanozentrischen Lehrpläne deutscher Schulen empfiehlt. Sie gehöre neben anderen Weltgeschichten in jede Schulbibliothek. Es gilt erst recht für Heinz Klipperts „Pädagogische Schulentwicklung – Planungs- und Arbeitshilfen zur Förderung einer neuen Lernkultur“. Der Beltz-Verlag zitiert aus einer Rezension: Der Band solle in jeder Schulbibliothek stehen und sei insbesondere Schul- und Ausbildungsplanern zur Lektüre zu empfehlen.

Eine Schulbibliothek, die die Schülerinnen und Schüler zum Lesen und zum selbstständigen Wissenserwerb bringen will, kann zweifellos am leichtesten mit Jugend-Sachbüchern punkten. Titel zu historischen Themen werden zumeist von den Schülern nur gelesen, wenn die Lehrkraft sie in den Unterricht einbezieht und ihre Lektüre verlangt. Und Bücher, die nur Lehrer interessieren, können allenfalls dazu dienen, Lehrer als Verbündete in die Schulbibliothek zu locken – eine Priorität für den Anschaffungsetat sollten sie nicht sein.


Weiterführende Links:
„Medienbestand: Aufbau“ im Menü „Schulbibliothek – Grundlagen“ auf schulmediothek.de
Kommentierte Übersicht über Bestenlisten auf leseforum.bayern.de


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