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Frankfurter Expertenrunde sieht Entwicklungspotenzial für Schulbibliotheken bei der Medienbildung

01.05.2015
Expertenrunde in Frankfurt am Main

Teilnehmer der Expertenrunde

© schulmediothek.de

„Lesen und Lernen 3.0 – Medienbildung in der Schulbibliothek verankern!“ Unter diesem Motto steht nicht nur die „Frankfurter Erklärung“ des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). Das Motto bestimmte auch die Diskussion der Expertenrunde am 22. April 2015 im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt. Die Runde, die die Kommission Bibliothek und Schule des dbv vorbereitet hatte, war eine Gemeinschaftsveranstaltung von dbv und DIPF und wurde vor Ort durch die Stadtbücherei Frankfurt tatkräftig unterstützt.

Birgit Lücke (Stadtbücherei Warendorf) verwies auf das enorme Potenzial der Schulbibliotheken, da man mit ihnen alle Kinder erreichen könne. Eva von Jordan-Bonin (Stadtbücherei Frankfurt am Main) berichtete von ersten Erfahrungen mit medienpädagogischen Schwerpunkten in den Frankfurter Schulbibliotheken, die von der dortigen Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (sba) betreut werden. Tablets würden schon seit einiger Zeit auch in Grundschulbibliotheken verwendet. Es gebe ein enormes Feedback aus den Schulen. „Die fragen nach den Konzepten, die fragen nach der Übersicht der Apps.“ Man spüre einen enormen Bedarf an verlässlichem Input.

Viktoria Bothe (Akademie für Leseförderung Niedersachsen) beschrieb die praktischen Hürden, die den Einsatz digitaler Medien in der Schule behindern. „Es muss zum Beispiel dafür gesorgt werden, dass das WLAN-Netz stabil ist.“ Günter Pflaum (Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz) sah ebenfalls ein grundsätzliches Problem in der dauerhaften Pflege der medialen Infrastruktur in der Schule. Es gebe zumindest in seinem Bundesland beim Schulneubau Richtwerte für Schulbibliotheken. Aber wenn der Bau steht, fühle sich keiner mehr zuständig: „Das Problem, das wir in Deutschland haben, ist, dass die Schulbibliothek eine Einrichtung ist, die nicht ganz klar dem pädagogischen Bereich zugeordnet ist.“

Stefan Aufenanger (Universität Mainz) regte an, die Schulbibliothek umzubenennen, um eine Neudefinition ihrer Rolle zu erleichtern. Man sollte besser vom Schulmedienzentrum sprechen. „Damit würde sich auch die Funktion der Bibliothekarin verändern. Sie muss sich als Medium verstehen.“ Auch müsse die Schulbibliothek künftig in der Lehrerausbildung vorkommen, wo sie bislang völlig fehle.

Wie könnten konkrete nächste Schritte aussehen? Günther Brée (Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen) schlug vor, Standards, die vorhanden seien, zu sammeln und zu dokumentieren. Als Moderator der Veranstaltung fragte Winfried Kösters (freier Journalist, Publizist, Bergheim) dagegen: „Ist die moderne Schulbibliothek von heute auch die Vision der modernen Schulbibliothek von morgen – oder müssen wir den Blickwinkel noch mehr erweitern?“

Einigkeit bestand darüber, dass die Frankfurter Erklärung bei der Suche nach Bündnispartnern hilfreich sein könne. Sie geht nämlich von einer „Mangelmeldung“ aus: der fehlenden Medienkompetenz vieler Heranwachsender hierzulande. Angesichts der demografischen Entwicklung könne es sich Deutschland nicht leisten, auch nur ein Kind ohne zukunftsfähige Bildung zu lassen. Die Schulbibliothek sei – als Schulmedienzentrum begriffen, ausgestattet und genutzt – der ideale Hebel zur Erhöhung der Erfolgsquote in der Medienbildung. Dabei dürfe man allerdings die Lesekompetenz als die Grundlage jeder Medienkompetenz nicht aus den Augen verlieren, wie Katharina Franck (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) ergänzend betonte.



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