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Informationskompetenz mit der Bibliothek

Theoretische Modelle der Informationskompetenz

The Big 6 - Information & Technology Skills for Student Achievement

Das Modell der „Big 6“ von Mike Eisenberg und Bob Berkowitz beschreibt die sechs Schritte des Informationsprozesses und die dabei erforderlichen Fähigkeiten:
- Ermittlung des Informationsbedarfs
- Ermittlung geeigneter Informationsquellen
- Handhabung unterschiedlicher Informationssysteme
- Bewertung und Selektion von Informationen
- Weiterverwertung von Informationen
- Integration von Information in Entscheidungsprozesse
Die Webseite beinhaltet umfassende Informationen zum Modell, Arbeitsmaterialien zum Thema, Tutorials und Blogs. 

Information Search Process (ISP)

Auf ihrer Webseite beschreibt Carol Kuhlthau ihr sechsstufiges Modell des Informationsprozesses (ISP):
- Initiation – Erkennen des Informationsbedarfs
- Selection - Konkretisierung der Fragestellung
- Exploration - Recherche
- Formulation – konkrete Formulierung des Themas
- Collection – Recherche zur konkreten Thematik
- Presentation – Präsentation des Ergebnisses
Im Zentrum ihres Modells steht die Ermittlung des Informationsbedarfs, die einzelnen Phasen müssen nicht linear aufeinander folgen. Kuhlthaus ISP berücksichtigt in besonderem Maße emotionale Faktoren, die individuelles Handeln und den Ablauf des Informationsprozesses bestimmen können. 

Das Dynamische Modell der Informationskompetenz (DYMIK) als Grundlage für bibliothekarische Schulungen

Das Modell DYMIK zur Vermittlung von Informationskompetenz an Bibliotheken, das an der Universitätsbibliothek Heidelberg entwickelt wurde, soll das modulare Schulungsangebot didaktisch und methodisch verbessern und um internetbasierte Tutorials erweitern. Ein wesentliches Merkmal dieses Konzepts ist die subjekt- bzw. handlungsorientierte Sichtweise: Der Informationsprozess wird durch ein persönliches (Handlungs-)problem in Gang gesetzt, wobei rationale wie emotionale Faktoren wirksam sind. Der Aspekt der Dynamik wird im Heidelberger Modell betont, da Informationsprozesse oft nicht zu einem eindeutigen Ergebnis führen.
Der Autor stellt das Modell in seinen Funktionen, Merkmalen und seinem Nutzen für die Gestaltung bibliothekarischer Schulungsangebote vor. 

Standards der Informationskompetenz : Eine Übersetzung der amerikanischen Standards der ACRL als argumentative Hilfe zur Realisierung der „Teaching Library“

Der Autor übersetzt die im Januar 2000 von der Association of College and Research Libraries (ACRL) publizierten „Information Literacy Competency Standards for Higher Education“.
Die zu den 5 Standards jeweils aufgeführten 3 bis 7 Indikatoren sind zusammen mit den zusätzlich angegebenen Beispielen als Hilfestellung zur Konkretisierung zu sehen. Sie zeigen die Dimensionen von Informationskompetenz und die möglichen Handlungsfelder, in denen die Bibliotheken bei der Vermittlung von Informationskompetenz mitwirken können. 

Towards Information Literacy Indicators. Conceptual framework paper prepared by Ralph Catts and Jesus Lau (pdf file - UNESCO)

Die Autoren legen ein Konzept für die Bewertung von Informationskompetenz vor, das sich einfügt in andere Kompetenzen Erwachsener (z.B. informationstechnische Kompetenzen). Es wird eine Definition vorangestellt. Dabei werden auch kulturelle Verschiedenheit und Chancengleichheit berücksichtigt. Die Studie wurde im Jahr 2008 im Auftrag der UNESCO erstellt. 

Entwurf eines gemeinsamen Referenzrahmens Informationskompetenz

Nach dem Vorbild des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen soll künftig der Referenzrahmen Informationskompetenz für Bibliothekare und Lehrer eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Entwicklung von Schulbüchern, der alltäglichen Unterrichtsplanung der Lehrer und bei der Beurteilung von Schülerleistungen sein, zum Beispiel bei der Konzeption von Bibliothekseinführungen und bei der Durchführung von projektorientiertem Fachunterricht in der Schulbibliothek. Im Auftrag der Kommission „Bibliothek und Schule“ des Deutschen Bibliotheksverbandes formuliert der Verfasser Andreas Klingenberg die erste Komplettversion des Referenzrahmens. Die vier Teilkompetenzen bilden den Weg des Informationssuchenden idealtypisch ab: Suchen – Prüfen – Wissen – Darstellen. Jede Teilkompetenz wird ihrerseits in vier Arbeitsschritte oder Kriterien aufgelöst. Zur Ausdifferenzierung werden sechs Niveaustufen unterschieden, A 1 / A 2 (Elementare Informationskompetenz), B 1 / B 2 (Selbständige Informationskompetenz) und C 1 / C 2 (Nachhaltige Informationskompetenz). 

Das bibliothekarische Konzept der Informationskompetenz. Ein Überblick

Vorliegende Publikation, die im Rahmen des Dissertationsprojektes „Informationskompetenz im Unternehmen“ an der Humboldt-Universität Berlin entstand, gibt einen einführenden Überblick über Hintergrund und Entwicklung, Terminologie, Definitionen und Inhalte, Modelle und Standards sowie Vermittlungs- und Evaluationspraxis von Informationskompetenz im bibliothekarischen Kontext. Sie stützt sich dabei vorwiegend auf die umfangreiche angelsächsische Literatur und berücksichtigt insbesondere auch Beiträge aus Großbritannien und Australien, die im deutschsprachigen Raum weniger bekannt sind, aber wertvolle Ergänzungen zur amerikanischen Diskussion liefern. Ein Blick auf Debatten und Kritik soll außerdem zeigen, dass sowohl Begriff wie Konzept der „information literacy“ in bibliothekarischen Fachkreisen keineswegs unumstritten sind, obwohl sich Informationskompetenz in den letzten Jahren als wichtiges Teilgebiet des Bibliothekswesens etabliert hat. 

Informationskompetenz als Grundlage für bibliothekarische Schulungskonzepte

Der Autor des Aufsatzes diskutiert die Rolle von Bibliotheken als Vermittler von Informationskompetenz. Erörtert werden die Anforderungen an eine „teaching library“, Modelle von Informationskompetenz und die Aspekte einer methodischen Realisierung von Schulungsangeboten. Als Praxisbeispiel stellt der Autor das modulare Schulungskonzept der UB Heidelberg vor und gibt abschließend Empfehlungen zu einer erfolgreichen Etablierung der Bibliotheken als Lehr- und Lerneinrichtung.
(Volltext, Stand: 31.05.2000) 

Bibliotheken, Informationskompetenz, Lernförderung und Lernarrangements

Seit den 90er-Jahren unternehmen Bibliotheken verstärkt Anstrengungen, um Informationskompetenz zu vermitteln. Wie man Schüler und Studierende dahin bringt - dazu haben Bibliothekare, allen voran in USA, erfolgreiche didaktische Konzepte entwickelt und erprobt. Gute Erfahrungen haben Bibliothekare auch mit Strategien für Lernarrangements gemacht: Medien, die das Wissen vertiefen und den Horizont erweitern können, werden in der Bibliothek so präsentiert, dass Kunden, die nach nichts Bestimmtem suchen, darauf stoßen und zur Lektüre, zum Zuhören, zum Training am Computer angeregt werden. Der Autor stellt die veränderten Rahmenbedingungen des Lernens dar, stellt verschiedene Online-Tutorials und Schulungsangebote von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken vor, führt in das Konzept des Lernarrangements und dessen Umsetzung in einigen Bibliotheken ein und gibt Empfehlungen für die Raumorganisation von Bibliotheken. 

Denkschrift der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI e.V.) zur Förderung der Informationskompetenz im Bildungssektor

Integraler Bestandteil der neuen Bildungspläne ist die selbständige Informationssuche; die notwendigen Kompetenzen hierfür werden jedoch noch immer nur rudimentär vermittelt. Diese Lücke möchte die DGI schließen, indem sie sich mit ihrem Netz von Informationseinrichtungen und Fachleuten sowie Kontakten zu Bibliotheken als Partner der Vermittlung von Informationskompetenz im Bildungssektor anbieten.
In ihrer Denkschrift stellt die “Arbeitsgruppe Bildung und Informationskompetenz“ der DGI die Ziele ihrer Initiative sowie Empfehlungen zu deren Umsetzungen vor. Der Maßnahmenkatalog umfasst neben der Entwicklung eines Online-Portals zur Informationskompetenz in Schulen ebenso die Sichtung und Erweiterung bestehender Lehrpläne, die Bereitstellung unterrichtspraktischer Materialien, die Bereitstellung personeller und sachlicher Ressourcen für Lehrer und Schulen bis hin zur Entwicklung eines E-Learning-Moduls für Informationskompetenz. 

 

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