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Buchpräsentationen

Die von Schülern erwünschte Arbeit mit dem Buch erfordert konzeptionelle Ideen, wie Buchpräsentationen, Ergebnisse von Buchbesprechungen und Leseanregungen möglichst effektiv vermittelt werden können.


Book talks
Einmalig oder auch in regelmäßigen Abständen kommt eine Bibliothekarin zu den Schülern in die Schule. Sie bringt eine Auswahl an interessanten Büchern mit. Besonders sinnvoll ist es dabei, wenn die Bücher inhaltlich auf das gerade im Unterricht behandelte Thema abgestimmt sind.
Die Bibliothekarin stellt den Kindern die mitgebrachten Bücher vor. Entweder können die Kinder diese dann sofort ausleihen oder die Bibliothekarin teilt Titellisten aus, mit denen die Kinder dann später in die Bücherei kommen können.
Buchpräsentationen können unterschiedlich gestaltet werden. So gibt es themenbezogene und themenunabhängige Präsentationen. Bei den themenbezogenen Präsentationen stellt die Bibliothekarin Bücher zu einem von der Lehrkraft vorgegebenen Thema vor, meist einem Thema das gerade im Unterricht behandelt wird.
Bei der themenunabhängigen Präsentation geht es darum, die Vielfalt des Medienangebots der Bibliothek zu zeigen. Indem die Bibliothekarin einige Wochen vor dem Schulbesuch so genannte Hit- und Wunschlisten an die Schüler verteilt und diese auswertet, kann sie Bücher zu den von den Schülern favorisierten Themen und Genres mit in den Unterricht bringen.
Beispiel: Vorleseaktion vor Hauptschülern Klasse 5 und 7
Beispiel: Löcher: Die Geheimnisse von Green Lake

Lesekiste

Buchpräsentationen mit Hilfe einer Lesekiste. Idee: Herr Jörg Knobloch

Die Grundidee: Vor, während oder nach der individuellen bzw. gemeinsamen Lektüre eines Textes oder Buches, wird ein Schuhkarton mit Gegenständen gefüllt, die im Text direkt angesprochen werden oder von denen man den Eindruck hat, sie seinen im Buch präsent. Die Gegenstände dienen der Konkretisierung und plastischen Illustration des Textes. Das Buch bekommt zudem einen Bezug zur realen Welt, wird also von der Ebene der Fiktion "herabgeholt".

Die Durchführung kann in verschiedenen Formen erfolgen. Hier eine kleine Auswahl an Beispielen:

Variante 1: Die Lehrkraft kündigt Autor und Titel des Buches an, das die Klasse gemeinsam lesen wird. In die Mitte des Stuhlkreises wird ein Schuhkarton gestellt, den die Kinder nun öffnen dürfen. Die Lehrkraft weist die Kinder darauf hin, dass die Gegenstände, die sie im Karton finden, für den Verlauf der Handlung wichtig sind. So erhalten sie erste Hinweise auf die Handlung. Den Inhalt des Buches müssen die Kinder nun mit Hilfe der vorliegenden Gegenstände versuchen selbst zu antizipieren. Sie schreiben sodann eine Inhaltsangabe.

Variante 2: Die Schüler sollen selbst eine Lesekiste zu einem von ihnen gelesenem Buch zusammenstellen. Die Kinder geben ihre Lesekisten bei der Lehrkraft ab, die diese außerhalb des Klassenzimmers aufbewahrt. Jeden Tag bringt sie dann eine der Kisten mit in den Unterricht. Das Kind, das die betreffende Lesekiste entworfen hat, stellt mit Hilfe der Kiste und der darin enthaltenen Gegenstände sein Buch vor und erklärt anhand der Gegenstände die Handlung. Somit wird der Inhalt des Buches für die anderen Schüler "begreifbar".
Die Lesekisten bleiben nach der Präsentation im Klassenzimmer. Sie sollen die anderen Kinder anregen, ebenfalls eines der vorgestellten Bücher zu lesen. Auf die Innenseite des Deckels kommt eine Inhaltsangabe und auf der Stirnseite des Kartons werden bibliografische Angaben wie Autor und Titel vermerkt.

Variante 3: Lesekisten können nicht nur zu Büchern, sondern auch zu Autoren erarbeitet werden. In den Kisten befinden sich dann Gegenstände zu mehreren Büchern des Autors und zu seiner Biografie.

Die Vorteile von Lesekisten: sie sind preiswert, können ohne großen technischen und organisatorischen Aufwand, sowie in unterschiedlichen pädagogisch-didaktischen Zusammenhängen, eingesetzt werden.
Quellen: Lesen fördern in der Welt von morgen: Modelle für die Partnerschaft von Bibliothek und Schule / Hrsg. von Bertelsmann Stiftung. 2. Auflage, S. 51 -62.
Knobloch, Jörg: das Geheimnis der Lesekiste - Leseförderung in Schule und Bibliothek. In: Beiträge zur Jugendliteratur, Jg. 1999, Heft 3, Seite 151-157


Bookslam
"Bookslam" ist eine von "Poetry-Slam" abgewandelte Form der Buchpräsentation. Bookslam-Veranstaltungen für ältere Schüler funktionieren so, dass in möglichst kurzer Zeit (3 bis max. 5 Minuten) ein selbstgewähltes Buch mündlich vorgestellt und eventuell daraus vorgelesen wird. Es kommt darauf an, das Buch möglichst pfiffig darzustellen.
Bookslam-Veranstaltungen für jüngere Schüler werden eher als "Vorlesewettbewerb" organisiert. Die Teilnehmer werden nach Altersstufen unterteilt. Eine Jury, bestehend aus Lehrern und Bibliotherkarinnen - evlt. auch Eltern und älteren Schülern - prämiert dann in jeder Altersklasse, den oder die Siegerin.

Buchpräsentationen im Internet

Das Beispiel Antolin
Antolin ist eine Internetsite, die speziell zur Leseförderung erstellt wurde. Antolin können nur Schüler und Lehrer nutzen. Registrierte Nutzer haben Zugriff auf viele Angebote rund um Bücher und Lesen. So gibt es z.B. eine Büchersuchmaschine: man gibt Stichworte, Kategorien (Sachbuch, Tiergeschichten, Philosophische Bücher...) und das Lesealter ein und bekommt eine Auswahl an Büchern präsentiert. Jedes Buch wird vorgestellt, man sieht das Cover und die Kinder können das Buch selbst bewerten. Außerdem gibt es zu jedem Buch ein Quiz. Ähnlich wie beim online-bookshop amazon kann man nach anderen Büchern des gleichen Autors, zum selben Thema oder derselben Kategorie suchen.
Die Seite ist im Internet unter: http://www.antolin.de zu finden

Eigene Buchpräsentationen - Kinder stellen Kindern Bücher vor
Eine Möglichkeit, die auch zur Vernetzung der unterschiedlichen Klassen beiträgt, ist es, die Buchpräsentationen der Kinder auf der Website der Schule zu veröffentlichen. Die Kinder rezensieren Bücher, die sie privat oder auch im Rahmen des Unterrichts gelesen haben. Diese Rezensionen werden zusammen mit einem Foto des Buchcovers und den bibliographischen Angaben auf der Schulwebsite veröffentlicht. Besonders sinnvoll ist es, auf der Site ein Hinweis und ein Link zur örtlichen Bücherei einzubauen.

Sommerleseolympiade
Die Zusammenarbeit von Schule und Bibliothek muss nicht auf die Unterrichtszeit beschränkt sein. Öffentliche Bibliotheken bieten oftmals ein Ferienprogramm für Kinder an, an dem man sich durchaus auch als Klasse beteiligen kann. Meistens ist es eine Art Wettbewerb, bei dem eine bestimmte Anzahl von Büchern gelesen werden soll. Weiter gibt es in dieser Zeit ein umfangreiches Begleitprogramm. Am Ende des Ferienprogramms steht oft auch ein großes Fest mit Preisverleihung.
Will ein Lehrer mit seiner Klasse an solch einem Programm teilnehmen ist es sehr wichtig, die Vor- und Nachbereitung Schulzeit einzuplanen!
Zur Veranschaulichung wird das Beispiel der Sommerleseolympiade der Stadtbücherei Bamberg herangezogen.

Beispiel: Die Sommerleseolympiade der Stadtbücherei Bamberg
Die Sommerleseolympiade richtet sich an alle Kinder und Jugendliche von 4 bis 17 Jahren. Für Jugendliche von 13 - 17 Jahre gibt es ein extra Lese-Bingo, welches später noch genauer erläutert wird.
Aufgabe für die Kinder unter 13 Jahren ist es pro Ferienwoche (6) ein Buch zu lesen. Für jedes Buch muss das Kind ein Mitmach-Formular ausfüllen oder Fragen zum Buch übers Internet beantworten. Voraussetzung ist sich mit einer Teilnehmerkarte zur Sommerleseolympiade anzumelden. Hat das Kind zuhause kein Internetzugang kann es sich in der Bücherei ein Passwort geben lassen und dort das Internet nutzen. Auf der Internetseite www.antolin.de findet das Kind über 1500 Buchtitel, aus denen es frei wählen kann. Viele davon können in der Bücherei ausgeliehen werden. Nachdem das Kind ein Buch gelesen hat, kann es nach der Eingabe des Passwortes die 10-15 Fragen zum Buch beantworten. Die Bücherei gibt hierbei gerne Hilfestellung.
Natürlich dürfen auch mehr als sechs Bücher gelesen werden!
Jeder der mitgemacht hat, bekommt eine Siegerurkunde und mit etwas Glück einen tollen Preis. Sonderpreise gibt‘s für "Vielleser", "Beste Buchbeschreibung" und "Schönstes Bild". Zum Schluss gibt es eine große Schlussfeier mit Siegerehrung.
Damit die Kinder aber nicht die ganze Zeit nur die Nase in die Bücher stecken, bietet die Stadtbücherei ein umfangreiches Rahmenprogramm mit vier Veranstaltungen in jeder Ferienwoche untereilt in zwei Zielgruppen - Kinder von 4 - 8 Jahren und Kinder von 8 - 12 Jahren.

Das Lese-Bingo für Jugendliche ab 13 Jahren:
Im Prinzip läuft es genau wie bei den Kindern; für jedes gelesene Buch muss ein Mitmach-Formular ausgefüllt werden. Allerdings sind auf dem Bingo-Blatt (6x6 also 36 Felder) verschiedene Themen bzw. Interessenkreise vorgegeben. Dazu gehören Bücher zu den Themen: Freundschaft, Länder/Völker, Fremdsprachiges Buch, Grusel/Horror, Liebe; Historisches, Drittes Reich, Computer, Abenteuer etc. Weiter gibt es auch Felder wie: Freie Auswahl, Buchempfehlung von einem Freund oder Buch mit mehr als 300 Seiten. Bei der Abgabe des Mitmach-Formulars wird dann in der Bibliothek das jeweils dazugehörige Feld abgestempelt. Natürlich gibt es hierbei auch verschiedene Kombinationen. Um ein "Bingo" handelt es sich wenn man ein Buch zu jedem Thema in einer Zeile, Spalte oder Diagonale gelesen hat. Eine "Briefmarke" bedeutet, dass ein Buch zu jedem Thema aus einem Feld von 3x3 Quadranten gelesen wurde. Beim "Doppel-Bingo" wurde ein Buch zu jedem Thema in zwei Zeilen, Spalten oder Diagonalen gelesen. Und wer so fleißig war und zu jedem Thema auf dem Bingo-Blatt gelesen hat erreicht ein "Blackout".


Beispiel Reading Maze

Das Konzept des im Sommer 2003 in Großbritannien durchgeführten

"Reading Maze" sieht folgendermaßen aus:

Ziel: jeder Teilnehmer soll insgesamt 6 Bücher lesen, die er sich frei auswählen kann, d.h. es werden keine Titel vorgegeben.

Materialien: jeder Jugendliche erhält als Startausrüstung ein Leporello, auf dem auf der einen Seite eine Landkarte, auf der anderen Seite ein Lesetagebuch abgebildet ist.

In den Bibliotheken wird an einer Wand ebenfalls eine Landkarte in Großformat aufgehängt. Auf der Landkarte sind 8 Stationen eingezeichnet: der Start, für jedes gelesene Buch eine Station und das Ziel. Jedes teilnehmende Kind erhält eine Papierfigur auf das es seinen Namen schreibt. Die Figur wird dann auf das Startfeld gepinnt.

Nun liest jedes Kind ein Buch seiner Wahl. Danach geht es in die Bibliothek und führt mit der Bibliothekarin ein kurzes Gespräch über das Buch: das Kind erzählt der Bibliothekarin kurz, worum es in dem Buch geht, welche Figuren in der Handlung vorkommen, ob es das Buch mochte oder nicht und warum. In seinem Lesetagebuch vermerkt es Autor und Titel des Buches und gibt ihm anhand eines Punktesystems eine Bewertung.

Als Belohung erhält das Kind nun ein kleines Geschenk: Aufkleber, Bleistifte, Schlüsselanhänger usw. Es darf außerdem seine Papierfigur auf der Landkarte um eine Station weiterbewegen.

So geht das Spiel immer weiter, bis das Kind 6 Bücher gelesen, mit der Bibliothekarin besprochen und bewertet hat. Ist die Papierfigur im Ziel, erhält das Kind als Abschlussgeschenk eine Urkunde und eine Medaille.

Der Vorteil dieser Aktion ist, dass sie für alle Kinder, unabhängig von deren Lesefähigkeiten, -geschwindigkeit und -interessen, geeignet ist: Kinder, die Tiergeschichten mögen, wählen Tiergeschichte, Kinder die Geistergeschichten mögen wählen Geisterbücher usw. Kinder, die sich mit dem Lesen (noch) schwer tun, wählen einfache, kurze Texte, Kinder, die begeisterte und gute Leser sind wählen anspruchsvollere Titel. Schnellleser absolvieren das Programm in 2-3 Wochen, langsamere Leser können sich 6 Wochen Zeit lassen.


Rucksackbibliothek

  • Ein Rucksack voller Bilderbücher und Sachbilderbücher wandert von einer Klasse zur Nächsten.
  • Die Idee: Lesemotivation durch partnerschaftlichen Austausch mit anderen Kindern.
  • Die Bibliothek (oder eine andere lesefördernde Einrichtung) stellt für das Projekt einen Rucksack mit verschiedenen Büchern für eine Klassenstufe zur Verfügung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei!
  • Der Rucksack bleibt für einen bestimmten Zeitraum in dieser Klasse, so dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich - auch und vielleicht gerade - in der Freizeit mit den Medien zu beschäftigen.
  • Die Kinder sind aufgefordert, sich zu den gelesenen Büchern zu äußern: Rezensionen zu schreiben, die Geschichte weiter zu spinnen etc.
  • Nach Ablauf der Zeit beginnt die Kooperation mit den Parallelklassen oder mit anderen Schulen im Stadtbezirk.
  • Die Übergabe der Rucksack-Bücherei sollte gestaltet werden: mit einem Übergaberitual, in dem Abgesandte der Klasse die neue Klasse auf das Projekt neugierig machen oder gar mit einem gemeinsamen Fest, zu dem die Klasse, die Bücher erhält, einlädt.

Mit der Rucksack-Bücherei werden die Kinder zum Lesen motiviert und die verlässlichen Lese- und Erzählzeiten unterstützt.

 

Leserolle

Konzept:

Jeder Schüler liest ein Buch seiner Wahl. Zu diesem Buch erstellt er eine Leserolle. Das ist eine leere Chipsdose in der die Arbeiten, die die Schüler während und nach der Lektüre zu ihrem Buch angefertigten, aufbewahrt werden:

Vorgeschlagen wird, dass jeder Schüler 10 Aufgaben erledigen muss:
Fünf Pflichtaufgaben, die für alle Schüler gleich sind, sowie weitere fünf, die sich jeder Schüler aus einer Liste von Wahlaufgaben aussuchen kann.

Durch das Bearbeiten der Aufgaben setzen sich die Schüler automatisch intensiv mit dem Gelesenen auseinander. Ähnlich dem Konzept der Lesekiste können sie dabei das Gelesene nicht nur auf der geistigen Ebene, sondern auch künstlerisch-kreativ umsetzen.

Wie die Lesekiste dient auch die Leserolle als Hilfsmittel für eine Buchpräsentation.

Umsetzung:

Die Leserolle wird mit den bibliographischen Daten (Titel, Autor, Verlag) und dem Namen des Schülers beschriftet. Darüber hinaus sollen die Schüler die Rollen bemalen, bekleben oder auf andere Weise ansprechend gestalten.

In die Dose werden die zehn zum Buch erstellten Aufgaben gefüllt. Zu den Pflichtaufgaben, die jeder Schüler erledigen muss, gehören:

  • Eine Inhaltsangabe zum Buch schreiben
  • Eine Rezension zum Buch erstellen
  • Eine vom Lehrer verteilte Buchbewertungstabelle ausfüllen
  • Eine Selbsteinschätzungstabelle ausfüllen (dies geschieht ganz zum Schluß)

Beispiele für mögliche Wahlaufgaben sind:

  • Ein neues Titelbild zum Buch entwerfen
  • Einen Steckbrief der Hauptfiguren erstellen
  • Ein neues Ende erfinden
  • Dem Autor einen Brief schreiben
  • Nach Büchern zum gleichen Thema recherchieren
  • Biographie und Bibliographie des Autors recherchieren
  • Einen Textabschnitt auf Kassette sprechen und mit Geräuschen und Musik untermalen
  • ....

Hat der Schüler die 10 Aufgaben erledigt, muss er seine Arbeit mit Hilfe eines Selbsteinschätzungsbogens bewerten.

Zum Schluss stellt jeder Schüler das von ihm gelesene Buch unter Einbeziehung der Leserolle der Klasse vor.

Das Konzept kann für die unterschiedlichsten Klassenstufen verwendet werden: je nach Alter der Schüler können die Wahlaufgaben schwieriger oder leichter gestaltet werden.

Durch Wahlaufgaben auf unterschiedlichem Niveau eignet sich das Konzept auch bestens für Klassen mit verschieden starken Schülern.

Literaturmarkt
Der Literaturmarkt verfolgt das gleiche Ziel wie die Lesescouts: Ältere Schüler sollen Jüngere zum Lesen animieren. Dabei handelt es sich um eine Klassenstufenübergreifende Veranstaltung, bei der die Schüler Händler und Käufer "spielen": ältere Schüler preisen Jüngeren Bücher an. Wie auf einem richtigen Markt gibt es Stände. Die "Käufer" schlendern von Stand zu Stand und prüfen das Angebot.

Um mit ihren Büchern im Wettbewerb bestehen, "Kunden" anlocken und vom eigenen "Produkt" überzeugen zu können, müssen die "Händler" ihre "Ware" besonders attraktiv präsentieren - einfaches Vorlesen reicht da nicht aus. Zu den Büchern können Bilder und Bastelarbeiten (z.B. Lesekisten, Leserollen usw.) erstellt, Hörspiele produziert und Theaterstücke inszeniert werden.

Die Händler, die Karl May-Bücher anbieten, können ihren Stand zum Beispiel in einem Tipi aufbauen und dort Westernmusik spielen.

Ronja Räubertochter kann als Theaterstück, begleitet vom Rauschen des Waldes und einem Imbiss aus Beeren und Nüssen, präsentiert werden.

Lesescouts

Was sind Lesescouts?
Lesescouts sind Schüler der Sekundarstufe II und der Oberstufe, die bei gleichaltrigen und jüngeren Schülern ehrenamtlich für das Lesen werben. Sie werden z.T. auch Lesementoren, Lesetutoren oder Lesepaten genannt. Das Prinzip ist jedoch immer gleich: sie wollen ihre Mitschüler zum Lesen motivieren, indem sie selbst als Vorbilder fungieren und zeigen, dass Lesen durchaus "cool" sein kann.

Wie fördern die Scouts das Lesen?
Die Einsatzmöglichkeiten für die Lesescouts sind vielfältig. Sie können Lesetipps und Buchrezensionen an den verschiedensten Orten und in den verschiedensten Formen ausstellen: in der Schülerzeitung, in einem eigenen Schaukasten in der Schule, auf Stellwänden in der Aula, auf der Homepage der Schule oder der eigenen Homepage der Lesescouts, an Weihnachten an den Schultannenbaum gehängt usw.

Ähnlich den Buchpräsentationen, die Bibliothekarinnen anbieten, gehen die Lesescouts in die einzelnen Klassen und stellen dort Bücher vor. In der Zeit vor den Ferien, in der großen Pause, bei Schulfesten oder an Projekttagen zeigen die Lesescouts mit Aktionen rund ums Buch, dass Lesen viel Spaß macht und spannend ist: Die Scouts organisieren Bücherrallyes, Literaturrätsel, Spiele zu Büchern und vieles mehr.

Wo und von wem werden die Lesescouts ausgebildet?
Bis Ende 2003 hat die Stiftung Lesen interessierte Schüler in Seminaren zu Lesescouts ausgebildet. Dort konnten sie lernen für Bücher zu werben und Leseförderungsaktionen zu organisieren.

Wer betreut die Lesescouts?
An jeder Schule mit Lesescouts muss es einen Lehrer geben, der die Scouts betreut und für sie als zuverlässiger Ansprechpartner fungiert. Auch die Lehrer wurden in entsprechenden Schulungen von der Stiftung Lesen auf ihre Aufgabe vorbereitet.