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Ein Socken geht durchs Alphabet

Spielerische und kreative Bücherei-Einführungsideen ab Klasse 1 rund um ein ABC-Gedicht

Konzept von:

Susanne Brandt
Gemeindebücherei Westoverledingen
Bahnhofstr. 26
26810 Westoverledingen

Tel. 04955/933-199
Email: susanne.brandt@westoverledingen.de

Zielgruppe: ab Klasse 1
Dauer: ca. 1 Stunde

 

Grundidee

Mit einem ABC-Gedicht lernen die Kinder die Bibliothek kennen. Rund um das „Wandergedicht“ finden Spielaktionen statt und jeder bekommt seinen eigenen Büchereiführer.

Material und Vorbereitung

  • 26 zu Aufstellern geknickte Kartonstreifen werden mit jeweils einer Zeile des ABC-Gedichts (Text: siehe am Ende des Konzepts) beschrieben (Anfangsbuchstaben werden dick hervorgehoben) und an passender Stelle in der Kinderbücherei platziert: "Hund bei Haustier..." steht bei der entsprechenden Sachgruppe, "Nicht zum Kaufen...." steht am Verbuchungsplatz, "Ungeheuerspukgeschichten" bei Gruselbüchern etc. Verse, die in der räumlichen Zuordnung nicht so festgelegt sind, werden so verteilt, dass in möglichst allen Bereichen der Bücherei etwas zu finden ist.
  • Sockenhandpuppe selbst basteln
  • Genügende Socken für die Kinder
  • Für den eigenen Büchereiführer: jeweils 6 Zeilen (am Ende 8 Zeilen) des ABC-Textes auf einer Seite abdrucken und diese zu "Strophen" zusammengefassten Inhaltsabschnitte mit knappen Sachinformationen zur Büchereinutzung (auf der gegenüberliegenden Seite) ergänzen, z.B.
    • bei Zeile A-F: allg. Informationen zum Büchereiangebot im Überblick
    • bei Zeile G-L: zur Aufstellung (Stoff- / Interessenkreise)
    • bei Zeile M-R: zum Thema "Ausleihen"/ "Benutzerordnung"
    • bei Zeile S-Z: Platz zum notieren von Lieblingsbüchern etc. (von den Kindern selbst zu ergänzen)
    (Muster-Kopiervorlagen für einen solchen Bibliotheksführer sind in der Gemeindbücherei Westoverledingen erhältlich.)
  • Informationsumschlag (enthält Öffnungszeiten, Leihfristen etc.)
Durchführung

1. "Wandergedicht" mit Sockenhandpuppe durch die Bücherei

Mit einer selbstgebastelten Sockenhandpuppe (z.B. als Bücherwurm, Namen erfinden?) gehts nun mit der Klasse auf Entdeckungsreise durch die Bücherei. Es gilt, die überall verteilten Schrifttafeln in alphabetischer Reihenfolge zu besuchen. Einige Stationen werden von der Bibliothekarin/dem Bibliothekar dazu genutzt, passend zum jeweiligen Vers die Angebote der Bücherei zu erklären (z.B. Stoffkreisaufstellung bei Kindersachbüchern, Interessenkreise, Ausleihmodalitäten, "Spielregeln" für das Verhalten in den Büchereiräumen, PC-Plätze, Freizeitangebote etc.) Kinder, die das Alphabet bereits beherrschen, können den Weg ohne Hilfe finden, jüngere Kinder werden bei der Wegsuche unterstützt.
Nach jedem "Haltepunkt" wird die dort gefundene Schrifttafel mitgenommen. Die so nach und nach zusammen getragenen Schilder bilden nun das Material für weitere Spiele z.B.:

-    Schilder gut mischen und anschließend von den Kindern erneut an passende Plätze bringen lassen (Wer weiß noch, wo die Tierbücher stehen? Wo ist der schönste Platz in der Bücherei? Wo beginnt der Bereich mit den Jugendbüchern?)
-    "Lebendiges" Alphabet: Die Schilder werden in Kreis oder Reihe von A-Z auf dem Fußboden verteilt. Je ein Kind stellt sich jeweils hinter eines der Schilder (26 entspricht etwa einer Schulklasse) und versucht den Inhalt "seines" Verses ohne Worte den anderen mitzuteilen. Dabei dürfen Utensilien aus der Bücherei als Hilfsmittel mit herangezogen werden.

 

 

 

Als ergänzendes Kreativangebot kann sich jedes Kind eine eigene Sockenhandpuppe basteln. Und erneut heißt es damit dann: "Ein Socken geht durchs Alphabet..."
(Wer Lust an gereimter Sprache hat, wird den Text schnell ohne Mühe auswendig lernen!)

2. Büchereiführer für Kinder zum Selbermachen

Mit dem Text kann auch ein kleiner Büchereiführer in Heftformat (DIN A 5 oder 6) gestaltet werden (siehe oben in der Vorbereitung).
Wird jeweils der Anfangsbuchstabe der Verse durch eine Leerstelle ersetzt, können die Kinder hier die Buchstaben von A-Z richtig eintragen und nach Geschmack verzieren.
Daneben bleibt Platz für die Kinder zum Malen passender Illustrationen.
Hinzu kommt schließlich ein Umschlag aus festerem Papier, der Angaben zu den Öffnungszeiten enthält und ebenfalls Gelegenheit zum Gestalten bietet.

ABC-Gedicht

Hierfür wie auch für den gesamten Text gilt:
Das ABC-Gedicht ist zugeschnitten auf die Verhältnisse einer relativ kleinen Bücherei mit Aufstellung nach Stoff- und Interessenkreisen. Mit kleinen textlichen Veränderungen lassen sich einzelne Verse leicht auch an andere Gegebenheiten vor Ort anpassen.

Der Text:
Ach, was das wohl werden soll!
Bücher - ganze Wände voll,
CD-ROMs, PC&lsquos, Kassetten,
Dünne Teile neben fetten,
Erst mal sehn, wie das hier geht.
Find ich raus, wo alles steht?
Größe ist wohl nicht wo wichtig,
Hund bei "Haustier" - das ist richtig!
Igelbuch gehört zu "Tier",
Jugendbücher stehen hier,
Kinderkrimis stehen dort,
Lesefutter - Wort für Wort.
Meterlang in Trog und Reihen,
Nicht zum Kaufen - doch zum Leihen!
Oder Schmökern gleich vor Ort.
Purer Lesespaß sofort!
Quietschvergnügt, doch auch mal still.
Regeln sind da mit im Spiel.
So, wie viele viel hier machen,
Teilen sie sich Raum und Sachen:
Ungeheuerspukgeschichten,
Verse, die Verliebte dichten,
Wissen, Märchen, Phantasien,
X-mal wohl schon ausgeliehen,
Y-mal schon zurück.
Zeit für neues Leseglück!

Susanne Brandt