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"Ronja Räubertocher" von Astrid Lindgren

Konzept von: Susanne Brandt 
Gemeindebücherei Westoverledingen 
Bahnhofstraße 18
26810 Westoverledingen

Zielgruppe
ab 8 Jahre

Maximale Teilnehmerzahl
20 Kinder

Dauer
ca. 1 Stunde

Grundidee
Als Grundlage für diese Veranstaltung dient ein Ausschnitt aus dem Kinderbuch "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren. 
Die Kinder sollen sich mit verschiedenen Klangmaterialien beschäftigen und Geräusche bewusst wahrnehmen. Nicht die Sprache steht im Vordergrund dieser Veranstaltungsform, sondern das Hören. Zur Einstimmung auf das Thema lernen die Kinder ein Lied, das klanglich umgesetzt wird. Dann produzieren die Kinder ihr eigenes "Hör-Spiel" und gestalten ein Klangbild.

Material

  • "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren; Kapitel 5, S. 69 unten bis S. 80 
  • "Räubersack" mit diversen Klanginstrumenten: Rasseldosen, Trommeln, Schachteln mit gespannten Gummibändern, Glöckchen usw. 
  • Räuberhut
  • vorbereitete Zettel mit Textzitaten in vier verschiedenen Farben
  • Tapetenrolle, Malstifte, Schere und Klebstoff für das "Klangbild"
  • ggf. Gitarre oder sonstige Instrumente zur Liedbegleitung

Vorbereitung

Wichtig für die Vorbereitung ist, dass man ausreichend Klanginstrumente zur Verfügung hat, damit die Kinder verschiedene Möglichkeiten haben, die Szenen der Geschichte klanglich umzusetzen. Textzitate müssen vorab auf buntes Papier geschrieben werden. 

Durchführung

Einführung
Zur Einstimmung wird die Titelmelodie des Films "Ronja Räubertochter" mit der Flöte vorgespielt, dann mit dem Text der ersten Strophe gesungen. Man spricht über Regengeräusche und sucht nach anderen Möglichkeiten, diese mit der Stimme darzustellen, z.B. "plop, plop". Dann wird der Schluss der Strophe gemeinsam gesungen. Die anderen Strophen lassen sich in gleicher Weise erarbeiten. 

Lied: "Ronja Räubertochter" 

  1. Draußen im Wald fallen Regentropfen ins Gras,
    Moos, Holz und Stein werden nach und nach vom Regen naß.
    Und Ronja hört, hört auf die fallenden Tropfen,
    Sie hört plop, plop ...

     

  2. Draußen im Wald sind die Wege ganz verschneit, 
    silbern und hell klirren Eiszapfen an jedem Zweig. 
    Und Ronja hört, hört auf die klirrenden Zweige. 
    Sie hört bing, bing... 

     

  3. Draußen im Wald kommt aus tiefer Erde Gebrumm, 
    leise und dumpf murmeln Rumpfelwichte dort herum. 
    Und Ronja hört, hört auf die murmelnden Wichte. 
    Sie hört wu, wusi, wusi, wu... 

     

  4. Draußen im Wald leben Räuberbanden im Streit, 
    Ronja und Dirk gehen lieber ihren Weg zu zweit. 
    Und Ronja singt, singt von Versöhnung und Freundschaft. 
    Sie singt la, la... 

Text und Arrangement: Susanne Brandt 
(nach einer Melodie von B. Isfält) 

Erste Gruppenphase - Szene aus dem Buch 

Nachdem die Kinder erste Erfahrungen mit Geräuschen gemacht haben, wird die Szene mit den Rumpelwichten aus dem Buch "Ronja Räubertochter" vorgelesen. Diese Szene ist reich an klangvollen Beschreibungen. 

Zweite Gruppenphase - "Räuberhut" 

Dann geht ein "Räuberhut", der gefüllt mit bunten zusammengefalteten Zetteln ist, im Kreis herum. Jedes Kind zieht einen Zettel, dessen Inhalt es zunächst für sich behält. Auf den Zetteln stehen Textzitate wie "sie hörte dem leisen Tröpfeln des Regens zu", "ihr Fuß brach durch die Schneedecke in ein tiefes Loch" oder "aus dem Loch hörte sie ein Gemurmel". Farblich gleiche Zettel gehören jeweils zu einer von vier Klangszenen: Herbstwald, Winterwald, bei den Rumpelwichten, Bedrohung und Rettung. Die Kinder finden sich nach diesen Farben in Gruppen zusammen und haben die Aufgabe, den Inhalt ihrer Zettel mit Klängen bzw. Geräuschen zu beschreiben. 

In einem "Räubersack" finden die Kinder verschiedene Geräuschinstrumente. Durch Ausprobieren finden sie den passenden Klangerzeuger. In Gruppen sollen die Kinder ihre Szene klanglich umsetzen und am Ende den anderen Gruppen vorspielen. Die anderen Gruppen müssen den Inhalt erraten. Zum Schluss werden die Szenen gemeinsam in die richtige Reihenfolge gebracht und als Nacherzählung ohne Worte nochmals im Ganzen gespielt. Die Übergänge von Szene zu Szene sind nicht abgesprochen, sie ergeben sich durch gegenseitiges Beobachten und aufeinander Hören. 

Dritte Gruppenphase - ein Klangbild für das "Hör-Spiel" herstellen

Danach versuchen die Kinder ihre Klänge in Bilder umzusetzen. Sie malen entweder das verwendete Instrument oder stellen das erzeugte Geräusch mit Hilfe von Strichen und Punkten dar. An dieser Stelle sollte man etwas mehr Zeit zum Experimentieren einplanen. Im Anschluss daran werden die entstandenen Einzelbilder auf eine Tapetenbahn in der richtigen Reihenfolge aufgeklebt und ergeben so eine große Partitur für das erarbeitete "Hör-Spiel". 

Abschluss

Zum Abschluss wird das entstandene Klangbild in der Bibliothek ausgestellt oder aufgehängt. So können die Kinder auch bei ihrem nächsten Besuch in der Bibliothek noch sehen, was sie an diesem Nachmittag hergestellt haben.