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PISA-Studie 2018 veröffentlicht: Lesekompetenz im Fokus

09.12.2019
Ausschnitt Cover Zusammenfassung PISA 2018

Zusammenfassung PISA 2018, Cover-Ausschnitt

© Waxmann

Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der TU München fasst die Ergebnisse von PISA 2018 in einer Pressemitteilung wie folgt zusammen:
„Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben größere Lesefähigkeiten (498 Punkte) als der Durchschnitt der 15-Jährigen in den OECD-Staaten (487 Punkte). Deutschland steht damit in einer größeren Gruppe von Staaten mit ähnlichem Leistungsstand, zu der beispielsweise Frankreich, Großbritannien, die USA und Japan gehören. In sieben OECD-Staaten zeigen die Jugendlichen signifikant bessere Leistungen (523 - 506 Punkte), darunter Estland, Kanada, Finnland und Polen.
Die 15-Jährigen in Deutschland erreichen ähnliche Ergebnisse wie 2009, als Lesen zuletzt im Mittelpunkt der PISA-Studie stand. Zwischen diesem Test und der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 waren die Resultate deutlich besser geworden.
Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die besonders gut lesen können (11 %), ist in Deutschland seit 2009 gewachsen und größer als im OECD-Durchschnitt. Allerdings ist auch der Anteil der besonders Leseschwachen groß (21 %), vor allem wenn man ihn mit Staaten vergleicht, die ähnliche Gesamtergebnisse wie Deutschland haben. An den nicht gymnasialen Schulen ist er seit 2009 gestiegen (auf 29 %).“

In der Pressemitteilung des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. zur PISA-Studie heißt es, Leseförderung müsse höchste Priorität bekommen:
Die Ergebnisse der PISA-Studien belegen: Lesen muss früh, systematisch und unabhängig von Einkommen, Bildungsgrad und Herkunft der Eltern gefördert werden. Dies kann nur gelingen, wenn alle Bildungseinrichtungen koordiniert zusammenarbeiten und idealerweise auch die Eltern und das familiäre Umfeld adressieren. Bibliotheken sind neben den formalen Bildungseinrichtungen die wichtigsten Akteure der Leseförderung, die alle Kinder und ihre Familien dauerhaft mit passgenauen Angeboten begleiten können. Daher beteiligt sich der Deutsche Bibliotheksverband an dem von der Stiftung Lesen initiierten Nationalen Lesepakt.“
Soll die Leseförderung erfolgreich sein, müssen die Unterstützungsangebote auf die Bedarfe der Risikogruppen abgestimmt sein und diese auch erreichen. Die PISA-Studie belegt, dass insbesondere schwächere Schüler*innen, die nicht aufs Gymnasium gehen, sowie Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, schlechter lesen können. Als außerschulische Bildungsorte können Bibliotheken gerade für diese Gruppen mit systematisch aufeinander aufbauenden Angeboten wichtige Unterstützer sein – als fester Partner von Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen.

PISA wird seit dem Jahr 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen Fünfzehnjähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. An PISA 2018 haben 79 Staaten und Regionen teilgenommen. Es nahmen weltweit mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler teil, in Deutschland waren es 5451 an 223 Schulen. Neben Lesen, das zum dritten Mal als Schwerpunktdomäne untersucht wurde, wurden die Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaft getestet.


Weiterführende Links:
Pressemitteilung des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der TU München
Pressemitteilung Bundesministerium für Bildung und Forschung
Pressemitteilung Deutscher Bibliotheksverband e.V.

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