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Berliner Bibliothekartag eröffnet neue Perspektiven für (Schul-) Bibliothekare

09.06.2011
Andreas Klingenberg

Andreas Klingenberg bei seinem Vortrag

© schulmediothek.de

Die Kommission Bibliothek und Schule des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) hatte am 8. Juni 2011 zu vier Vorträgen eingeladen, die unter dem Motto „Auf die Schule setzen“ standen und zeigen sollten, wie Informationskompetenz zum Motor der Zusammenarbeit von Schule und Bibliothek werden kann.

Die beiden Vorträge über Schulbibliotheken in den USA berührten das Rollenverständnis von Schulbibliothekaren. Nancy Everhart und Melissa Johnston (Florida State University, Tallahassee) beschrieben zunächst anhand von Beispielen aus den gesamten USA das Selbstverständnis erfolgreicher Schulbibliothekare. Die Schulbibliothekare sehen sich in fünf verschiedenen Rollen, die sich ergänzen und ihre Stellung in der Schule festigen helfen: als Führungskraft, als Teamkollege, als Informationsspezialist, als Lehrer und als Programmadministrator.

Helga Hofmann (Frankfurt) und Julia Rittel (Bonn) ergänzten diese Darstellung durch ihre eigenen Beobachtungen als „Librarians in Residence“ (Gastbibliothekare) in Florida. Sie waren besonders beeindruckt von der Flexibilität und dem Engagement der US-amerikanischen Schulbibliothekare, die als vollwertige Lehrkräfte gelten (und bezahlt werden) und sich als Medienspezialisten und unermüdliche Projektmanager in ihren Schulen unentbehrlich machen.

Die anderen beiden Vorträge stellten die Informationskompetenz als Gegenstand und Ziel bibliothekspädagogischer Arbeit in den Mittelpunkt. Mario Hütte (Dortmund) skizzierte die – allerdings nur implizite – Verankerung von Informationskompetenz in schulischen Standards und Curricula. Er betonte die Rolle, die die Hochschulbibliotheken schon jetzt bei der Vorbereitung der Schüler auf ein späteres Studium spielen. Schließlich skizzierte Hütte drei aufeinander aufbauende Module, mit denen Öffentliche Bibliotheken und Wissenschaftliche Bibliotheken die Schüler fit für das selbstständige Lernen im Studium machen können.

Andreas Klingenberg (Detmold) stellte zum Abschluss unter dem Titel „Findigkeit entfalten“ einen neuen Referenzrahmen Informationskompetenz vor. Er soll Bibliothekaren und Lehrern helfen, eine gemeinsame Sprache zu finden und die bibliothekspädagogischen Aufgaben sinnvoll untereinander aufzuteilen. Dieser Referenzrahmen lehnt sich an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen an. Er unterscheidet vier Teilkompetenzen (Suchen – Prüfen – Wissen – Darstellen), denen jeweils vier Arbeitsschritte oder Kriterien zugeordnet werden, und ergibt so ein übersichtliches Spielfeld zur Verortung von konkretem Unterricht. Darüber hinaus werden sechs Niveaustufen (A 1, A 2, B 1, B 2, C 1, C 2) unterschieden. An praxisnahen Beispielen zeigte Klingenberg, wie dieser Rahmen hilft, die Arbeit in der Bibliothek zielbewusst zu planen, durchzuführen und auszuwerten.

Die Kommissionsvorsitzende Birgit Lücke (Warendorf) kündigte an, dass der Referenzrahmen Informationskompetenz in der Diskussion mit interessierten Kollegen weiterentwickelt und durch konkrete Rezepte für kompetenzorientierte Unterrichtsstunden ergänzt werden soll. Viele Teilnehmer der Veranstaltung nahmen das Konzept und das Diskussionsangebot mit großem Interesse auf. Unsere Website schulmediothek.de wird die Weiterentwicklung des Referenzrahmens Informationskompetenz begleiten und sichtbar machen.


Weiterführende Links:
Folien zum Vortrag von Helga Hofmann (Frankfurt am Main) und Julia Rittel (Bonn): Schulbibliotheken in den USA
Folien zum Vortrag von Mario Hütte (Dortmund): "Was Hänschen nicht lernt..."


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