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Schulbibliothek und öffentliche Bibliothek

Die enge Zusammenarbeit von Schulbibliotheken und Öffentlichen Bibliotheken ist vielerorts seit Jahren eingespielte Praxis. In vielen Fällen ist die Kooperation beider Einrichtungen jedoch noch ausbaufähig. 


Für ein enges Miteinander von Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken sprechen

  • die gemeinsamen Aufgabenstellungen in den Bereichen Leseförderung, der Hinführung zu eigenständiger Informationsgewinnung und der Förderung lebenslangen Lernens,
  • die gemeinsame Nutzung der vorhandenen, meist knappen Ressourcen auf örtlicher Ebene
  • die Verbesserung der schulbibliothekarischen Arbeit durch das Know-how der Öffentlichen Bibliothek

  

Schulspezifische Angebote und Dienstleistungen der Öffentlichen Bibliothek

Das Spektrum der spezifischenDienstleistungen ist breit, jedoch abhängig von den personellen und finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Bibliothek vor Ort.

  

Kooperation von Schulbibliotheken und Öffentlichen Bibliotheken

Die meist auf partnerschaftlichen Absprachen zwischen der Leitung der Öffentlichen Bibliothek und der Schulbibliothek beruhenden gemeinsamen Kooperationsaktionen gewinnen durch fest Absprachen, ggf. vertragliche Bindungen durch die Unterhaltsträger bis hin zu räumlichen Einheitslösungen eine größere langfristig angelegte Stabilität und Kontinuität.

  • Vertragliche Kooperation
    Die Zusammenarbeit basiert auf vertraglich festgelegten Kooperationsmaßnahmen. Die Schulbibliothek wird organisatorisch mit der örtlichen Öffentlichen Bibliothek verbunden, wobei die jeweiligen Bestände räumlich getrennt bleiben. Beide Partner vereinbaren einen gemeinsamen Bestandsnachweis, gegenseitige Benutzungsmodalitäten (Interner Leihverkehr). Die Öffentliche Bibliothek übernimmt Fachberatungsfunktionen sowie bibliothekarische Arbeitsleistungen. Die Schulbibliothek arbeitet ähnlich einer Zweigstelle mit Sondernutzung.

    Voraussetzungen:
    • Wille zur Zusammenarbeit sowohl bei den Bibliotheksverantwortlichen wie auch beim Bibliotheksträger
    • Ausreichende Personalausstattung< li>
    • Anwendung der gleichen Regelwerke (Katalogisierung, Systematisierung, Schlagwortgebung)

    Durchführung:

    Abschluss eines Kooperationsvertrags zwischen den Bibliotheksträgern (Musterkooperationsvertrag als pdf-Datei zum Downloaden)

    Vorteile:
    • Die Schulbibliothek profitiert vom fachlichen Know-how der Öffentlichen Bibliothek
    • Die Schulbibliothek wird von organisatorischen und technischen Arbeiten entlastet
    • Bestände der Schulbibliothek (mit Ausnahmen) stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung
    • Bestandsabsprachen zur Vermeidung von Doppelanschaffungen
    • Schüler und Lehrer erhalten besseren Zugriff auf den Bestand der Öffentlichen Bibliothek
    • Einheitliches Regelwerke erleichtern die wechselseitige Nutzung
    • Die Öffentliche Bibliothek stärkt ihr Profil als Bildungseinrichtung

 

  • Kooperation in räumlich integrierter Form

    Schulbibliothek und Öffentliche Bibliothek sind beide räumlich integriert und präsentieren ihre Bestände in einer gemeinsamen Bibliothek: Kombinierte Schul- und Öffentliche Bibliothek. Entweder ist die Öffentliche Bibliothek mit im Schulgebäude untergebracht oder die Schulbibliothek ist in die nahe gelegene kommunale Bibliothek integriert.

    Voraussetzungen:
    • ausreichend große Räume, in denen der Gesamtbestand gut gegliedert aufgestellt werden kann
    • ausreichende Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit wie für die Schule
    • Öffentliche Bibliothek im Schulgebäude:
      eigener Außenzugang für die Öffentlichkeit
      ferienunabhängige Nutzung der Bibliothek
    • Schulbibliothek in die Öffentliche Bibliothek integriert:
      die Öffentliche Bibliothek liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule

    Durchführung:
    • Vertragliche Vereinbarung bei unterschiedlichen Trägern von Öffentlicher Bibliothek und Schule bzgl. Personaleinsatz, Etat, Verwaltung etc. (nicht erforderlich, wenn Schulbibliothek und Öffentliche Bibliothek gemeinsam von einem Träger, z.B. der Kommune, betrieben werden (siehe: Schulbibliothekarische Servicestellen ). Bei gleichem Träger wird der Abschluß einer Verwaltungsvereinbarung empfohlen.
    • Klare Regelung der Zuständigkeiten im Bibliotheksbetrieb
    • Raumgestaltung und Einrichtung muss den unterschiedlichen Anforderungen entsprechen

    Vorteile:

    • breites Bestandsangebot für Schule und Öffentlichkeit
    • fachliche Bibliotheksbetreuung
    • rationeller Einsatz der Ressourcen (Personal und Finanzen)
    • Bibliothek stärkt ihr Profil als Bildungseinrichtung.

    Zu beachten:
    • Fachliche Leitung erforderlich
    • Bereitschaft zur Kooperation zwischen Lehrkräften und dem bibliothekarischen Personal
    • Der Zugang für die Öffentlichkeit zur Bibliothek sollte direkt, ohne Betreten des Schulgebäudes und des Schulgeländes, möglich sein.

 

Beispiele kombinierter Schul- und öffentlicher Bibliotheken:

Bibliothek/Mediothek im Kreisberufschulzentrum Biberach (Baden-Württemberg) 
Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen (Bayern)
Stadt- und Schulbibliothek Kelsterbach (Hessen)
Mediothek Pliezhausen (Baden-Württemberg) 
Kreis- und Stadtbibliothek Vilsbiburg (Bayern)